Den 10. Oktober gouf op der Spillplaz bei der Baach e Gedenksteen fir den Här Nicolas BETZ ageweiht.

Mee wien wor dëse Mann?

Hei e puer Informatiounen:

Nicolas Betz

M. BETZ Nicolas.
Gebuer den 2. Februar 1914 ze Koler, Serrurier op der HADIR, Déifferdeng
Verhaft dën 2. September géint 22 Auer (Streik), zum Doud veruerteelt an der Nuecht vum 2. op den 3. September,
erschoss am KZ Hinzert dën 3. (oder 4.) September géint 4h30.
Croix de la Résistance (1946)

Zenter 1941 wor hien Résistenzler vun der LRL

Bestued wor hien mat der Mme Marie Betz-Haupert, Gebuer den 5.5.1913 ze Koler, Gestuerwen 1993 ze Stengefort.

Résistenzlerin vun der LRL

Als „Bestroffung“ fir dem Nicolas Betz seng Bedeelegung um Generalstreik, gouf seng Frau op Leubus déportéiert (ëmgesiedelt), dono « dienstverpflichtet » als « Hausgehilfing » bei engem « Waffen-SS Oberts » zu Berlin-Lichterfelde, dono koum d’Maria (1943) wëll « ausgebombt » op Glein-Knittenfeld an Éisterräich. Um Schluss Zwangsarbecht bei der Eisebunn. Seng Reckrees op Letzebuerg nom Krich wor komplizéiert an haat méi wéi 6 Wochen gedauert.

Titre de Résistance, Croix de la Résistance (1993)

E geschichtlechen Reckbleck :

Am 30. August 1942 verkündete der nationalsozialistische Gauleiter und Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg, Gustav Simon, bei einer Kundgebung in der Limpertsberger Messehalle die Einführung der Wehrpflicht und den Anschluss Luxemburgs an das Deutsche Reich.

Titelseite der Escher Tageszeitung vom 31. August 1942 (© MNR)

Am folgenden Tag wurden die "Anordnung über die Staatsangehörigkeit", die "Verordnung über die Wehrpflich" und die "Anordnung über die wehrpflichtigen Jahrgänge in Luxemburg" veröffentlicht. Darin hieß es: "Für diejenigen deutschen Volkszugehörigen in Luxemburg, die den durch besondere Anordnung festzulegenden Jahrgängen angehören, wird die Wehrpflicht in der deutschen Wehrmacht eingeführt." In Bezug auf die Staatsangehörigkeit wurde u. a. bestimmt: "Die deutschstämmigen Angehörigen folgender Gruppen erwerben die deutsche Staatsangehörigkeit: ... 3) Angehörige der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS, die auf Grund der Wehrpflicht einberufen werden." Zur Frage der Wehrpflicht wurde festgehalten: "Der Wehrpflicht unterliegen die Angehörigen der Geburtsjahrgänge 1920 bis 1924." Später kamen die Jahrgänge 1925 bis 1927 hinzu.

Ideal Lederfabrik in Wiltz (© www.industrie.lu/ideal.html)

Die Luxemburger reagierten daraufhin mit einem Generalstreik, der schließlich eine weltweite Aufmerksamkeit erregte. Am Morgen des 31. August 1942 legten die Arbeiter der Lederfabrik Ideal in Wiltz ihre Arbeit nieder. Angestellte, Lehrer, Gemeindebeamte, Staatsbeamte und Geschäftsleute folgten ihrem Beispiel.


Schnell breitete sich die Streikbewegung auf weitere Orte im Land aus. Am Abend gab in den ARBED-Hüttenwerken in Schifflange die Werkssirene das Signal zur Arbeitsniederlegung. Die rund 2.000 Arbeiter verließen daraufhin sofort das Werksgelände. Bis zum 2. September erfasste der Streik zahlreiche Orte des Landes: Lehrer und Schüler erschienen nicht zum Unterricht, Eisenerzgruben lagen still und Bauern verschütteten die Milch, die sie abliefern mussten, auf die Straßen.


Die Besatzer beantworteten den fast lautlosen und aggressionsfreien Streik mit brutaler Gewalt. Noch in der Nacht vom 31. August auf den 1.

Verhängung des Standrechts (© MNR)September wurde der Ausnahmezustand verhängt. Ein über Nacht eingesetztes Standgericht erstickte die Streiks im Blut. Von 83 vor das Gericht geschleppten, zum Teil wahllos festgenommenen Männern, bezahlten 21 den Protest mit ihrem Leben. Zwanzig von ihnen (einer davon Nicolas Betz aus Kahler) wurden beim SS-Sonderlager Hinzert erschossen und in einem Massengrab verscharrt. Der ursprünglich deutschstämmige Luxemburger Heinrich (Henri) Adam, der das Streiksignal in den ARBED-Werken gegeben hatte, starb unter dem Fallbeil im Kölner Gefängnis Klingelpütz.


Zahlreiche weitere Zivilisten,allen voran Arbeiter und Intellektuelle, wurden verhaftet und der Gestapo überstellt. . In Echternach und Esch wurden Lehrer und Schüler festgenommen. Ein Lehrer wurde vom Standgericht zum Tode verurteilt, sieben weitere wurden von der Gestapo verhaftet und deportiert. 290 Schüler und Schülerinnen, 40 Lehrlinge aus der Schwerindustrie und sieben junge Postangestellte wurden in Umerziehungslager ins Deutsche Reich verschleppt.

Öffentliche Bekanntmachung der Todesurteile (© MNR)Ab Mitte September setzte als weitere Strafmaßnahme die "Umsiedlung" deutsch-feindlicher Familien ein, von denen die Nationalsozialisten annahmen, dass sie zu den "Hintermännern" der Streikbewegung gehörten. Mehr als 1.140 Familien wurden nach Schlesien und ins Sudetenland verschleppt, ohne Hoffnung auf eine Wiederkehr in ihre Heimat.


Die Einführung der Zwangsrekrutierung, der Generalstreik, den die Widerstandsorganisationen als Antwort darauf vorbereitet hatten, und die anschließende Säuberung Luxemburgs von "unzuverlässigen Elementen" durch die Umsiedlungsaktion stellten eine Zäsur in den viereinhalb Jahren der deutschen Besetzung dar. Nach den Streiktagen war nichts mehr wie vorher. Von nun an waren Gestapo-Terror und Deportationen an der Tagesordnung. Mit großem propagandistischem Aufwand wurden die Namen der Erschossenen auf blutroten Plakaten in die kleinsten Dörfer getragen, später verbreitete die Presse die Namen der Umgesiedelten, die fast wöchentlichen Todesurteile, sowie die Namen der im Lager Hinzert ohne Urteil Ermordeten.


Zur historischen Bedeutung des Streiks schreibt der luxemburgische Historiker Paul Dostert (Luxemburger Wort, 30.8.2007): "In der jüngeren Geschichte Luxemburgs stellt der Generalstreik von August/ September 1942 ein bis dahin einzigartiges Ereignis dar, das zum Symbol des luxemburgischen Widerstandes gegen die deutschen Besatzer geworden ist. Der Streik ist der Kristallisationspunkt, in welchem sich alle Verhaltensmuster des Widerstandes spiegeln und brechen. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob der Generalstreik denn nun auch wirklich alle Bereiche der Wirtschaft und der Gesellschaft erreichte und lahm legte. Die Antwort der Deutschen zeigt zur Genüge, welcher Stellenwert diesem Ereignis zuzugestehen ist. In der Streikbewegung kreuzten sich die Schicksale fast aller Opfergruppen Luxemburgs im Zweiten Weltkrieg, mit Ausnahme der Shoa. Hier trafen Resistenzler der ersten Stunde auf Menschen, die sich bisher passiv abwartend verhalten hatten und auf die Opfer der deutschen Maßnahmen. Für viele Familien war dies die Stunde, in der sie zum Widerstand stießen."


Quelle: www.gedenken-in-luxemburg.de

E grousse Merci fir hir Ënnerstetzung an fir déi vun hinnen geliwert Informatiounen geet un d‘Hären:

Frank Schroeder,
Chargé de direction du Musée national de la Résistance Esch-sur-Alzette

Dr. Paul Dostert,
Directeur du Centre de Documentation et de Recherche sur la Résistance

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